Die Legende der ‚Generation Y‘

 

Datum: 07.12.2015

„Die Legende von der anspruchsvollen Generation Y“

 

Personalmanager und Unternehmensberater reden seit einiger Zeit von einer anspruchsvollen Generation Y.
Spiegel ONLINE vom 30.11.2015 hat sich dieser Thematik angenommen und ist auf erstaunliche Erkenntnisse und Widersprüche zwischen gelebter Arbeitswelt und dieser Theorie gestoßen.
Der Journalist Bernd Kramer hat dort in seinem Artikel die Ergebnisse so formuliert:

„Sie ist anspruchsvoll und diktiert Unternehmen ihre Bedingungen: So wird die Generation Y gern beschrieben. In Wahrheit lebt sie prekär – und soll sich über die Unsicherheit noch freuen.“

Auch im Institut für Arbeitsmarkt – und Berufsforschung IAB wurde die Frage untersucht, inwieweit prekäre Beschäftigungsverhältnisse einen notwendigen Beitrag zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes leisten oder ob Sie eher ausgrenzend wirken.

Was bedeutet ‚prekär’? Unter dem Begriff „prekäre Beschäftigung“ werden Arbeitsverhältnisse mit niedrigen Löhnen verstanden, die häufig nicht auf Dauer und Kontinuität angelegt sind, kaum Absicherung durch die Sozialversicherung und nur geringe arbeitsrechtliche Schutzrechte aufweisen.

Im Gegensatz zu der von den Verfechtern der Generation Y geäußerten Vorstellung, dass es die jetzige junge Generation einfacher hat, auf der Seite der Gewinner steht und die Arbeitswelt selbstbewusst mitbestimmen kann, legt die Analyse des IAB in ihrem IAB-Kurzbericht von 03-2014 andere Fakten vor.
(siehe http://doku.iab.de/kurzber/2014/kb0314.pdf ) Das Ergebnis ist ernüchternd.

Hier wird sogar von einer ‚Umverteilung von Beschäftigungsrisiken hin zu jüngeren Beschäftigten’ geschrieben!

Anhand der aktuellen Zahlen haben 23 Prozent unter den 25 jährigen Arbeitnehmern nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Bei Arbeitnehmern in der Alterspanne zwischen 25 und 35 Jahren sind es sogar noch 13,8 Prozent. Mit diesen Zahlen outet sich Deutschland mit einer extrem hohen Befristungsquote.
Laut OECD werden im Vergleich unter den westlichen Industrieländern nur noch in den Niederlanden junge Menschen häufiger mit einem Zeitvertrag abgespeist. (siehe Bericht unter http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/oecd-jugendarbeitslosigkeit-und-viele-zeitvertraege-a-1035747.html )

In der heutigen deutschen Arbeitswelt kämpfen sich sehr viele junge Arbeitnehmer von einem Praktikum oder einer befristeten Arbeitsstelle zum/r nächsten und müssen sich mit der Instabilität der Arbeitssituation als Dauerzustand auseinander setzen.
Sicherlich empfinden manche Beteiligte diese ‚Instabilität’ auch als Vorteil, flexibel zu sein und wechseln zu können.
Für viele bedeutet dies jedoch eine psychische Belastung, die nicht nur ein Aufbegehren verhindern und Anpassung fördern, sondern auch gesundheitliche Folgen haben kann.
(siehe Ergebnisse des Robert-Bosch-Instituts aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes: BGE Kompakt 01/2012)

Solange an der Theorie Y festgehalten und von jüngeren Beschäftigten gesprochen wird, die souverän mit ihrer beruflichen Unsicherheit umgehen, werden sich die unsicheren, prekären Arbeitsverhältnisse nicht grundlegend verändern. Momentan erlaubt das Zeitvertragsgesetz sogar Befristungen, für die es keinerlei Sachgrund gibt.

Was ist zu tun?
Politik und Unternehmen sollten die tatsächliche Berufswelt betrachten, nicht mit einer Legende die Situation verklären und die bestehenden Verhältnisse nachhaltig ändern. Dann hätten mehr gut ausgebildete und hochmotivierte junge Nachwuchskräfte die Chance, ohne Unsicherheit ihre berufliche Leistung erfolgreich einzubringen.

Die Personalberatung Wodzak.Littig unterstützt diesen Ansatz, indem sie ihren Kunden hilft, zum Unternehmen passende Mitarbeiter für unbefristete Anstellungsverhältnisse zu finden und diese einzustellen.
Benötigt werden hervorragend ausgebildete, loyale und bewegliche Mitarbeiter, die sich zusammen mit dem Unternehmen stetig weiterentwickeln. Sie sind die Basis für die Attraktivität und den Erfolg jedes Unternehmens.

 

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