Der Mittelstand zeigt sich dynamisch und geht neue Wege in der Personalsuche

Die Zeiten, in denen Personaler Stellen ausschrieben und dann auf adäquate Bewerbungen warteten, sind in vielen Branchen schon lange passé. Stattdessen wird heutzutage auf verschiedenen Wegen nach Mitarbeitern gesucht. Einer davon nennt sich Active Sourcing, also die direkte Ansprache von Kandidaten. Früher hat man diese Vorgehensweise fast nur mit Headhuntern in Verbindung gebracht, doch heute greifen Personalberater ebenso darauf zurück wie Recruiter aus Unternehmen. Die Active Sourcing-Kanäle sind vielfältig und ihre Akzeptanz ebenso: von Personalmessen und Karriere-Events über persönliche Netzwerke und Business-Online-Plattformen (z.B. XING) und bis hin zu Blogs, Social Networks und externen Lebenslaufdatenbanken.

Besonders offen für diese Art des Recruiting ist der Mittelstand. Das zeigt die aktuelle Studie „Recruiting Trends 2017“ der Otto-Friedrich-Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit der German Graduate School of Management and Law in Heilbronn. Befragt wurden sowohl Unternehmen als auch Kandidaten. Den Ergebnissen zufolge wird im Mittelstand bei knapp der Hälfte der offenen Stellen (45 %) aktiv nach Kandidaten gesucht: Bei 36,5 Prozent der zu besetzenden Stellen sprechen die Unternehmen aktiv Kandidaten an und schreiben die Positionen parallel im Rahmen einer Stellenanzeige aus. Bei 8,5 Prozent der Vakanzen werden die Kandidaten exklusiv angesprochen und keine Anzeigen geschaltet.

Die befragten Top 1.000-Unternehmen hingegen zeigen sich deutlich zurückhaltender beim Einsatz von Active Sourcing: Lediglich bei 23,3 Prozent der offenen Stellen sprechen sie die potenziellen Bewerber direkt an. Bei 22,3 Prozent der Vakanzen werden die Kandidaten direkt adressiert und parallel eine Stellenanzeige geschaltet; bei 4 Prozent der zu vergebenen Jobs werden die Kandidaten direkt angesprochen – ohne eine Stellenanzeige auszuschreiben.

Ähnlich sieht es bei der Akquise in der IT-Branche aus: Nur bei 3,4 Prozent der offenen Stellen suchen IT-Firmen den direkten Weg zum Kandidaten. Bei 24 Prozent der Vakanzen wird auf die Direktansprache und eine parallele Stellenanzeigen-Schaltung gesetzt.

 

Bitte sprich mich an

Dabei würde die Mehrheit der Kandidaten es begrüßen, wenn die Unternehmen direkt auf sie zugehen würden, um ihnen einen Job anzubieten. Diese Bewerbergruppe wächst kontinuierlich. Im Rahmen der Befragung gibt mehr als die Hälfte der befragten Kandidaten an (51,4 %), dass sie lieber von einem Unternehmen direkt angesprochen werden möchten als sich dort selbst zu bewerben. Diese Erwartungshaltung nimmt kontinuierlich zu. Laut Studie ist der Anteil der Kandidaten, die direkt von Personalern angesprochen werden möchte seit 2009 um satte 11,5 Prozentpunkte gestiegen. Ein Viertel der Kandidaten ist sogar bereit, für eine bessere Sichtbarkeit auf Karriere-Plattformen (wie XING, LinkedIn) oder in Lebenslaufdatenbanken (z.B. Monster, Stepstone) zu bezahlen, sodass sie von potenziellen Arbeitgeber besser identifiziert werden können.

Am liebsten werden sie dann per personalisierter E-Mail-Nachricht angesprochen (74, 8 %) und nicht direkt über eine Online-Plattform. Das liegt aber auch daran, dass die Mitglieder von Karriere-Netzwerken diese mittlerweile eher für die eigene Recherche oder als Adresssammlung nutzen als für die aktive Kommunikation.

Die Chancen von Active Sourcing werden deutlich: Diese Art des Recruiting ermöglicht es, Kandidaten zu gewinnen, die sich alleine nicht auf eine offene Stelle beworben hätten oder sich nicht aktiv auf Jobsuche befinden. Laut der Studie der Uni Bamberg haben sich 28,1 Prozent der Kandidaten durch die Direktansprache bei einem Unternehmen beworben, bei dem sie sich ohne diese direkte Aufforderung nicht beworben hätten. Fast 20 Prozent der Kandidaten haben ihren letzten Job gewechselt, weil ihnen ein Unternehmen direkt eine Stelle angeboten hatte – obwohl sie nicht aktiv auf Stellensuche gewesen waren.

Das beweist, wie wirkungsvoll Active Sourcing sein kann.

 

Wir haben langjährige Erfahrung mit dem Thema „Active Sourcing“ und beobachten kontinuierlich die weiteren Trends. Wir unterstützen Sie gerne! Sprechen Sie uns an!

04.09.17  Annette Wodzak-Littig

 

 

Social Media Auto Publish Powered By : XYZScripts.com